Stationen am Klosterpfad

2. Die Orden: Zisterzienser und Benediktiner

Die Benediktiner
Die Regel des heiligen Benedikt von Nursia (6. Jh.) wird die wichtigste für die Klöster des Abendlandes: „Ora et labora“ - beten und arbeiten (Handarbeit) – war Vorgabe für die klösterliche Gemeinschaft. „Müßigang ist der Feind der Seele“, sagt Benedikt. Und auch: „Vielen nützen ist besser als einsam leben!“

Ursprünglich sind alle Klöster Laien-Gemeinschaften. Auch die der Benediktiner. Montecassino ist 529 das erste. Die meisten Äbte der Frühzeit sind keine Priester. Im 9. Jahrhundert kommt der Wandel: Aus der Laien- wird eine Kleriker-Gemeinschaft. Deren Kulturleistung ist nachhaltig.

Klöster sind neben weltlichen Leistungen (Kreuzzüge, als Ritterorden aktive Teilnahme, Landwirtschaft und Handel, Schreibstuben und Krankenpflege) immer auch Stätten der Gastlichkeit – und das bis heute.

In der Regel des Benedikt (aufgestellt auf dem Konzil in Aachen, gilt ab 819) heißt es:
Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus, denn er wird sagen: "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich aufgenommen."

Die Zisterzienser
Der “Sacer Ordo Cisterciensis” geht als Reform-Orden aus den Benediktinern hervor. Er nennt sich nach dem Gründungskloster Citeaux in Burgund. Im Ursprung steht ein neuer Armutsbegriff. Er führt im Spätmittelalter viele Mönche in die Einsamkeit (den „eremus“), um dort in strenger Armut von eigener Hände Arbeit zu leben. Man will zurück zur „Reinheit der Benedikt-Regel“. Doch diese Ausrichtung lässt sich auf Dauer nicht durchhalten. Das Zisterzienserkloster der „Herren von Alb“ ist ein Musterbeispiel für Reichtum und wirtschaftliches Wachstum.

Das Stammkloster Cîteaux wird 1098 von Robert von Molesme gegründet. Hier entsagt man der Rede, dem Wein und auch dem Fleisch. Bernhard von Fontaines (Familie des Vaters) gründet mit 30 Gefährten das Tochterkloster Clairvaux (1112).

Die „Grauen Mönche“: Die „Cuculla“ (Mönchskutte, Bild) ist zu Beginn weiß, dann grau. Der Haarkranz symbolisiert die Dornenkrone Jesu; allerdings kennen auch schon ägyptische Isis-Priester die Tonsur. Man rasiert sich jeden 2. Tag; nur Laienbrüder dürfen Bärte tragen.

Unter Bernhard von Clairvaux entstehen dann im Lauf der Jahre 70 weitere Klöster. Als leidenschaftlicher Redner wirbt Bernhard öffentlich im Land für den 2. Kreuzzug, der 1147 beginnt und in einer Katastrophe endet.

Als er 1153 stirbt, gibt es 160 „Zisterzen“, von Spanien bis ins rechtsrheinische Deutschland. Seit 1149 auch die Herrenalber Abtei. Nie hat ein Orden einen rascheren Siegeszug über die Welt gehalten, schreibt Theodor Fontane: „Fünfzig Jahre nach der Gründung gab es 500, hundert Jahre danach bereits 2000 Zisterzienserklöster.“


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