Stationen am Klosterpfad

3. Klosteralltag

Ein Essen am Tag reicht!
Brot ist Hauptnahrungsmittel ab dem 12. Jahrhundert, ungesäuertes wie gesäuertes. Weizen gilt als edelstes Mehl; anderes Getreide wie Dinkel, Roggen und Hafer sind eher für Gesinde und Vieh. Weil Fleisch generell nicht gern gesehen ist, züchtet man Fische in Teichen. Getrunken wird Wasser, Molke, Obstsaft - und auch Wein. Klosterleute sind Könner im Weinbau – die Besitzkarten der Herrenalber Mönche und der Frauenalber Benediktinerinnen zeigen viele Weingebiete. Eine Mahlzeit pro Tag ist üblich; sie wird nach der Non (früher Nachmittag) eingenommen. An Festtagen gibt es ein zweites Essen, bei harten Arbeiten auch eine Zwischenmahlzeit (Mixtum).

Auch das gibt es: Fasten und „Flunkern“ in den Küchen der Klöster
Im Kloster geht es zuerst um „Reinigung“, später um „Heil zu erlangen“. Verzicht auf Fleisch steht ganz oben. Doch es gibt Mittel und Wege, das zu umgehen: So wird der Schinken im Brotteig versteckt oder in den Maultaschen - „Herrgottsbescheißerle“ heißen sie deshalb bis heute.

Ganz listig: Fisch gilt nicht als Fleisch – also wird mal eben ein Wildschwein in den Teich getrieben. Denn was aus dem Wasser kommt, ist schließlich „Fisch“ - oder?

Übrigens: Wein ist Grundnahrung, nicht Genussmittel! Aber natürlich: Die meisten Klosterleute halten sich an die Fasten-Regel.

Im Kapitelsaal (klösterlicher Hauptversammlungsort) wird jeden Morgen die Arbeit verteilt: hier findet auch das so genannte „Schuldkapitel“ statt. Mönche müssen hier ihre Verstöße gegen die Regel bekennen – und bekommen ihre Buße auferlegt: Fasten oder auch Prügel.

Tipp: Die „Klosterwirte“ schenken Klosterwein aus dem ehemaligen Amthof der Herrenalber Zisterziensermönche (Oberderdingen, Bild) aus.


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