Stationen am Klosterpfad

6. Gebetbuch der „Herren von Alb“ & Beutelbuch der Benediktinerinnen

Zum Herrenalber Gebetbuch
Dr. Karl Maier schreibt über die Schreibstuben des Mittelalters

In einem mittelalterlichen Scriptorium wurde harte und schwere Arbeit geleistet. Meistens blieb der Schreiber anonym. Er hatte sich zur Ehre Gottes hinter sein Werk zu stellen. Als Tagesleistung galten meistens 6 bis 10 Seiten. ...

Eine Gruppe von Mönchen stellte aus Kalbs-, Lamm- oder Ziegenhäuten das wertvolle Pergament her, eine andere versah die beschnittenen Blätter mittels eines Bleigriffels mit Linien. Dann begannen die Schreiber (Kalligraphen) mit Federkiel und Tinte ihre Arbeit. Schließlich schmückten Buchmaler die Anfangsbuchstaben zu Initialen aus und bebilderten die Texte mit Miniaturen. ...

Ein belgischer Schreibermönch des 14. Jahrhunderts sagt hierzu: „Diese Aufgabe ist ein unvergängliches Werk. Sie ist den Mönchen eigen, die das Wort Gottes, das sie nicht mit dem Mund verkünden können, mit ihren Händen predigen."

Das Beutelbuch der Benediktinerinnen
Ora et labora - et lege. Die Benediktinerinnen lesen zur eigenen Erbauung und zur Ehre Gottes, wie es die Regel des Benedikt will.

Dieses „Beutelbuch“ aus Frauenalb ist eine seit dem 14. Jh. gebräuchliche Form eingebundener Bücher mit meist religiösem Inhalt. Sie werden wie ein Beutel getragen und am Gürtel befestigt.

Es sind überwiegend private Gebet- und Andachtsbücher - z.T. von ihren Besitzerinnen, z.B. Anna von Eberstein oder Margaretha und Katharina von Remchingen, selbst geschrieben.


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