Stationen am Klosterpfad

7. Das „sprechende“ Zollhäusle

Das „Zollhäusle“ an der Grenze
Im Zollhäusle auf der alten und immer noch gültigen Grenze zwischen Württemberg (Bad Herrenalb/Kreis Calw) und Baden (Marxzell/Kreis Karlsruhe) – alte Grenzsteine (Bild) stehen hier immer noch - hört der Besucher eine „historisch-fiktive Beichte“.

Württembergs prot. Herzog Ulrich (der „wilde Utz“) beichtet
"Habe unsittliches Angebot an die Herrenalber Mönche gemacht: 40 Gulden, wenn sie heiraten - und den letzten Herrenalber Abt Lukas in Stuttgart nicht gut behandelt."

Ulrich bittet auch um Vergebung für die „Gier nach dem Klosterreichtum“ seiner Vorfahren, die gegen das Gebot „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus“ verstoßen haben.

Dazu gehört auch der jahrzehntelange Zank von Württemberg und Baden um Herrenalb. Ergebnis: 1403 verleiht König Ruprecht der Herrenalber Abtei zum Schutz vor Übergriffen das Befestigungsrecht – die ehemalige Mauer ist heute Teil des Rathauses; die Jahreszahl 1432 steht hier als Zeugnis über der Tür.

Aber es gibt auch Kompromisse - wie 1497, als Württemberg und Baden gemeinsam die Schirmherrschaft über Herrenalb übernehmen. Oder nach der Reformation (1535), als man sich mit Baden einigt: Herrenalb wird württembergisch, Frauenalb wird badisch.

Badens Markgraf Bernhard I. beichtet...
...seine häufigen Überfälle auf Frauenalb und Herrenalb. Jahrzehnte lang zankt sich Württemberg und Baden um Herrenalb. Seine hier geäußerte Rechtfertigung: Aber die Alb fließt doch auch in den „badischen Rhein“ – so gehört das ganze Tal doch natürlich und „Gott gewollt“ eher zu Baden!

...dass man die markgräflichen Schirmvögte nicht zur Mäßigung gegenüber den adeligen Benediktinerinnen angewiesen hat „wird viel Neid dabei gewesen sein“.

...dass man sich lange Zeit in der badischen Verwandtschaft nicht auf ein religiöses Bekenntnis hat einigen können (Baden-Baden vs. Baden-Durlach) und dadurch dem Kloster Frauenalb viel Unbill zugefügt hat.


« zurück zu den Stationen