Stationen am Klosterpfad

9. Reformation in Herrenalb & Fluch der letzten Äbtissin

Neue Zeiten in Herrenalb: Heiratet ein Mönch, gibt’s 40 Gulden!
Am Morgen des 5. Juli 1535 läuten die Glocken der Herrenalber Klosterkirche schwere Stunden für Abt Lukas und seine Mitbrüder ein. Ab 10 Uhr sind Beauftragte des württembergischen Herzogs Ulrich (Bild) in der Abtei – und verkünden die neue Kloster-Ordnung.

Das Angebot des protestantischen Landesherrn lockt mit einer Rente auf Lebenszeit:
Wenn ein Mönch heiratet, erhält er 40 Gulden
Will er studieren oder ein (evangelisches) Pfarramt antreten, stehen ihm 50 Gulden zu

Das Echo ist geteilt: Von 23 Zisterziensern bleiben 16 im Herrenalber Kloster, 7 nehmen das Angebot an und gehen nach Stuttgart.

Der Fluch der letzten Äbtissin
Am 25. Februar 1803 schlägt für das Hoch- und Freiadelige Stift Frauenalb die letzte Stunde. Die Klosterfrauen nehmen weinend Abschied.

Doch Äbtissin Viktoria von Wrede – so weiß es die Überlieferung – wendet sich auf der Schwelle der Klosterpforte noch einmal um und schleudert einen Fluch in die verlassenen Räume: "Unglück und Feuersbrünste sollen all jene treffen, die nun die geweihte Stätte entheiligen mit ihrem irdischen Tun. Flammen sollen ihre Werke in den entweihten Räumen vernichten. Ja, selbst die Steine, die man aus den Ruinen brechen wird, sollen der Brandfluch treffen."

Was aber ist aus dem Fluch geworden?

Nach drei Bränden bleibt vom Kloster mit der prächtigen Barockkirche nur eine Ruine. Aber alle Mühlen und Werkstätten, Ställe und Scheunen, für die man Steine aus den Ruinen gebrochen hat, sind abgebrannt.


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